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Fälschlicherweise wurde seit Jahrzehnten angenommen, dass die Speisen, seit dem Hinzukommen fremdländischer Gewürze, stets so gekocht und gewürzt wurden, dass sie quasi überwürzt waren, also meistens das Essen nicht nach dem geschmeckt hatte, wonach es eigentlich, zumindest dem Namen nach, schmecken sollte, sondern eben nach der Gewürzzutat, die dort zugegeben wurde. Das stimmt aber so nicht! Denn die Gewürze haben mit denjenigen, die wir heutzutage kennen, nichts gemeinsam, auch wenn es sie damals schon gab. Vor allem bei der Qualität und der Quantität gab es Abstriche, in Dimensionen, die wir uns heutzutage kaum mehr vorstellen können. Stellt euch doch mal vor, dass die Schiffe jahrelang unterwegs waren. Durch diese Zeitspanne kam es dann eben zu Aroma –und Qualitätsverlusten seitens der Gewürze. Und wir dachten in echt, die hätten damals keinen Geschmack! Ihr irrt! Aber – auf diese Art und Weise erklärt sich eben auch die Zutatenmenge einiger Gewürze. Ich buk einmal eine Krafttorte und hielt mich genau nach dem Rezept. Hätte ich mal eher nachgedacht, denn der Kuchen ward zwar gelungen, schmeckte aber extrem würzig – man konnte sich höchstens ein Stück zumuten, mehr nicht. Hier das Rezept, etwas eingedeutscht:



Man rührt zu dieser recht schönen Torte 9 ganze Eier mit 1 Pfund Zucker zu Schaum. Wenn er ½ Stunde gerührt ist, allmählich 1 Pfund Kraft –oder Kernmehl, ¼ Pfund gehackten Zitronat, 1 paar eingemachte welsche Nüsse und etwas Pomeranzenschale, 8g Nelken, 8g Zimt, 8g Muskatblüte und 2g Kardamom dazu, so dass es im Ganzen ebenfalls eine Stunde gerührt wird, oben mit geschnittenen Mandeln bestreut, und nach Vorschrift gebacken.

Wie lange genau „nach Vorschrift“ ist, kann ich nicht sagen, aber generell gilt die Regel, stecke einen Holzstab in den Kuchen und klebt kein Teig mehr dran, so ist der Kuchen durch. Und bei den Mengenangaben der Gewürze Vorsicht walten lassen! Immerhin sind ein paar Gramm davon durchaus eine ganze Menge! Höchstens ¼ davon, als angegeben, mehr nicht! Schließlich soll der Kuchen schmecken und man isst schließlich gerne mehr als ein Stück. Allerdings, wenn es gilt, die Gäste zu verkraulen, kann man sich durchaus an die Mengenvorschrift halten, ja – vielleicht sogar noch verdoppeln. Man könnte ja 2 Kuchen backen, einen für sich und einen für die Gäste. Ob die dann allerdings noch mal Kuchen von dir vorgesetzt kriegen wollen, ist fraglich – du musst es schon drauf ankommen lassen, damit du weißt, woran du bist. Und rühr nicht zu lange, obwohl, das Rezept heißt ja nicht umsonst „Krafttorte“, grins...